Zwanzig Atemzüge - ganz schwer

Das Pixel

Ein Pixel ist ein seltsames Ding. Es ist die kleinste Einheit eines digitalen Bildes, aber niemand kann sagen, wie es aussieht, ob es quadratisch oder eckig oder tonnenförmig ist. Es kann seine Größe fast beliebig ändern. Wenn von „einem Pixel Breite“ die Rede ist, dann ist damit tatsächlich der Abstand zwischen zwei benachbarten Pixeln gemeint; der „Mittelpunkt“ eines Pixels bezeichnet in Wirklichkeit das Pixel selbst.
Will man eine digitale Briefmarke, das ist etwa ein Zoll, auf dem Bildschirm betrachten, legt man das Bild aus 72 Pixeln. Will man diese Briefmarke in guter Qualität drucken, legt man das gleiche Bild aus dreihundert Pixeln. Je mehr Pixel auf der Briefmarke liegen, desto kleiner wird jedes einzelne. Wollte man die Briefmarke in guter Qualität auf die Größe eines Blattes Schreibmaschinenpapier drucken, müsste man zuvor zwei Millionen Pixel in die Briefmarke quetschen.
Pixelbilder sind flüchtig. Sie bilden Augenblicke ab, und morgen bereits können sie anders aussehen.
So viel zum Pixel.




Franz Riegel ca. 1978

Und der Maler?

Der aufregendste Beruf, den ich mir nach der Mittelschule vorstellen konnte, war Schaufensterdekorateur. Aber nicht einmal das war in der Arbeiterfamilie, aus der ich stamme, denkbar. In Bobingen ging man zu den Farbwerken Hoechst, und mein Vater sagte, ich müsse zu den Chemikern, die hätten weiße Arbeitsmäntel, schon als Lehrling. Mein Vater hatte sein Arbeitsleben lang die blauen Mäntel der Arbeiter getragen. Also begann ich eine Lehre als Chemielaborant.
Später sammelte ich Flüsse, am liebsten solche, auf denen ich von der Quelle bis zur Mündung in Meer paddeln konnte. Ich befuhr den Ganges, der den Hindus als Mutter der Welt gilt, den Sungai Alas in Sumatra, paddelte auf dem Dades durch die Schluchten des Hohen Atlas, so weit, bis er in der Sahara versicherte. Darüber schrieb und fotografierte ich und verkaufte die Geschichten. Doch ich hatte Bilder im Kopf, die nicht auf meine Fotos passten. Ich kaufte mir einen ordentlichen Rechner, die aktuelle Photoshopversion1.3 und eine der ersten Digitalkameras, und schwebte sofort im siebten Himmel. Schon immer hatte ich Fotos ausgeschnitten, übermalt, neu zusammengesetzt, jetzt bekam ich Lust, Landschaften anzuheitern, auch, sie besoffen zu machen. Es war ein Rausch. Mit einem Mausklick konnte ich ein einzelnes Pixel anfassen, oder eine Million. Oder alle blauen Pixel. Ich konnte sie verschieben, drehen, färben, ich war der liebe Gott. Was ich wollte, geschah.




 

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Die Milch bin ich Haben Sie sich schon einmal mit Kühen beschäftigt? Möglicherweise fragen Sie zurück: WOZU? Vielleicht, um etwas Neues zu sehen, Bekanntes einmal anders zu erleben, um zu staunen, um zu lachen.

 

Die fliehende Zeit

 

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Wege zur Schlichtheit

 

Tsubaki Matsuri

 

Das weiße Krokodil

 

Leinen los!

 

Angeheiterte Landschaft





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Nun war ich also irgendwo in Mecklenburg gestrandet, fast schon in Vorpommern,
aber nur fast. Ich saß auf einem Pferd, das mir viel zu groß war, am Rande der Welt.